Die Sunnahteile des Gebets

Es ist empfohlen, während des Gebets auch folgende Handlungen durchzuführen:

  1. Adhan und Iqama
    Der Adhan (Gebetsruf) kündigt den Eintritt der Gebetszeit an und wird vor den fünf Pflichtgebeten von einer Person der Gemeinschaft mit lauter Stimme gerufen. Ist man jedoch alleine, kann man den Adhan auch selber rufen. Die Iqamah wird unmittelbar vor dem Verrichten des Pflichtgebetes von einer Person ausgerufen und kündigt somit den Beginn des Pflichtgebetes an. Anders als beim Adhan, der das Eintreffen der Gebetszeit ankündigt, folgt direkt nach der Iqamah das Verrichten des Pflichtgebetes.
  2. Das Heben der Hände im Gebet
    Es ist die Sunna des Propheten und somit erwünscht, bei bestimmten Positionen des Gebetes die Hände mit den Handflächen nach außen, in ungefährer Höhe zwischen Ohren und Schultern zu heben. Dies wird bei folgenden vier Positionen im Gebet durchgeführt:
    • wie bereits erwähnt, beim Takbir zu Beginn des Gebetes (Takbiratul-ihram)
    • bevor man sich in die Verbeugung (Ruku') begibt (man hebt die Hände im Stehen, sagt Allahu akbar und begibt sich dann in die Verbeugung)
    • beim Aufrichten von der Verbeugung (man hebt die Hände, nachdem man sich wieder aufgerichtet hat)
    • beim Aufstehen von der zweiten zur dritten Gebetseinheit (man hebt die Hände entweder noch im Sitzen oder nachdem man aufgestanden ist)
  3. Lautes und leises Rezitieren
    Gemäß der Sunna sollte man bestimmte Teile des Pflichtgebetes laut (mit normaler Stimme) und andere leise rezitieren bzw. aussprechen. Beim Morgengebet (Fadschr), sowie den ersten zwei Gebetseinheiten (Raka'at) des Abendgebetes (Maghrib) und des Nachtgebetes (Tsha), wird der Ouraan (also Sure Al-Fatiha und die danach folgenden Our'aanverse) laut rezitiert. Auch die Takbirat ("Allahu akbar"), "sami'allahu liman hamida" und der Taslim ("assalamu 'alaikum wa rahmatullah") aller Pflichtgebete werden laut ausgesprochen. Bei Gemeinschaftsgebeten übernimmt der Vorbeter (Imam) das laute Aussprechen. Wenn man alleine betet, spricht man diese selber laut aus. Alle anderen Teile des Gebetes werden leise ausgesprochen. Frauen beten in der Anwesenheit fremder Männer leise.
  4. Der Tawarruk-Sitz
    Es ist Sunna (erwünscht) bei den Gebeten, welche aus drei oder vier Raka'at bestehen (also beim Dhuhr, 'Asr, Magrib und 'lsha), beim Sitzen zum letzten Tashahhud (in der letzten Rak'at), den Tawarruk-Sitz einzunehmen. Mit Tawarruk-Sitz ist gemeint, dass man mit dem linken Oberschenkel auf dem Boden sitzt und den linken Fuß unter dem rechten Schienbein platziert. Der rechte Fuß ist aufgerichtet und seine Zehen zeigen in Richtung Qibla (Gebetsrichtung).
  5. Bei Allah Zuflucht suchen
    Es ist Sunna, beim Sitzen zum letzten Tashahhud (also in der letzten Rak'at) des Gebetes, nach dem Tashahhud ("attahiyyatu Iillahi ...") und den Segenswünschen für den Propheten ("Allahumma salli ... "), bei Allah mit folgendem Bittgebet Zuflucht zu suchen: "Allahumma inni a'udhu bika min 'adhabi dschahannam wa min 'adhabil-qabr wa min iitnatil-mahya wal mamat wa min scharri iitnatil-masihi-ddadschal." Bedeutung: 0 Allah, ich suche wahrlich Zuflucht bei Dir vor der Strafe des Höllenfeuers und der Strafe des Grabes und vor den Versuchungen des Lebens und Sterbens und vor der Versuchung des falschen Messias.
  6. Die Sutrah
    Man sollte während des Gebets einen Schützenden Gegenstand (Sutrah) vor sich haben, damit niemand direkt vor einem vorbeiläuft. (Hinter diesem Gegenstand können sich andere dann frei bewegen.) Dies kann man erreichen, indem man vor einer Wand etc. betet, oder indem man einen Gegenstand vor sich platziert. Die Entfernung zwischen dem Betenden und dem schützenden Gegenstand sollte ungefähr so groß sein, dass wenn er sich niederwirft, zwischen ihm und dem Gegenstand noch so viel Platz ist, dass ein Schaf durchlaufen könnte. Man benutzt eine Sutrah, wenn man alleine betet. Beim Gemeinschaftsgebet hat nur der Vorbeter (Imam) eine Sutrah vor sich. Diejenigen, die hinter dem Imam beten, benötigen in diesem Fall keine eigene Sutrah.